Vorwort:
Die Eroberung der Welt
Es ist der Morgen des dritten März. In Acógeme hat am Vortag die letzte kinderfreie Ferienwoche begonnen und so sitzen Tía Sara, Rodrigo und ich zu dritt am Tisch und trinken unseren morgendlichen Kaffee. Nach dem Frühstück mache ich mich mit Roro auf zum Flughafen. An einem Dienstag Vormittag hat man mit keinem großen Stau zu rechnen und so kommen wir, wie erwartet, pünktlich auf dem Parkplatz des überschaubaren Flughafengeländes an. Die nächste halbe Stunde bis Stunde werden wir wahrscheinlich mit Warten verbringen, denn als Reisender verbringt man einige Zeit mit Warten bei der Polizeikontrolle und erneutem Warten an der Gepäckausgabe. Doch auf einmal zeigt Rodrigo nach links und ich schaue in das bekannte grinsende Gesicht, welches ich vor achteinhalb Monaten am Frankfurter Flughafen zurück lassen musste. Damals war es von der Anstrengung gezeichnet gewesen, die es meinen Freund gekostet hatte, seiner Trauer eine Maske der Gelassenheit aufzudrücken. Nun aber kommt Janek fröhlich grinsend, mit Zigarette in der Hand auf mich zu spaziert um dann von mir mit einem ins Endlose gedehnten "naa?" in die Arme genommen zu werden. Nach einer langen Umarmung bemerke ich auch die junge Frau, die etwa 50 Meter weiter hinten neben zwei Reisekoffern steht und zurückhaltend, aber auffallend glücklich, drein blickt. Auf sie zu hüpfend werde ich von Minja mit einem sonnigen "hallo" begrüßt.
Die zwei haben das mit Abstand schlechteste Wetter im Gepäck, das ich seit geschätzen fünf Monaten gesehen habe. Es ist kalt, bewölkt und Santiago liegt schmutzig grau da, ein Bild bietend, das mich an meine Ankunft im chilensichen Winter erinnert. Rodrigo kramt aus den Tiefen seines Kofferraums einen dicken Pullover bevor er das Gepäck meiner Gäste hineinpackt. Während wir uns missmutig über das Wetter aufregen, beginnt Minja mit dem Satz "Ist das toll, in den Sommer zu kommen, ich muss mir sofort ein Top anziehen". "Und ich eine kurze Hose" kommt von Janek. Ungläubig schauen wir auf die Rückbank, auf der die zwei sitzen, mitgenommen von der Reise, aber mit dem Strahlen eines Kindes in der Spielwarenabteilung und den Augen, die sagen "Ich will hier und jetzt die Welt erobern"...
Die zwei haben das mit Abstand schlechteste Wetter im Gepäck, das ich seit geschätzen fünf Monaten gesehen habe. Es ist kalt, bewölkt und Santiago liegt schmutzig grau da, ein Bild bietend, das mich an meine Ankunft im chilensichen Winter erinnert. Rodrigo kramt aus den Tiefen seines Kofferraums einen dicken Pullover bevor er das Gepäck meiner Gäste hineinpackt. Während wir uns missmutig über das Wetter aufregen, beginnt Minja mit dem Satz "Ist das toll, in den Sommer zu kommen, ich muss mir sofort ein Top anziehen". "Und ich eine kurze Hose" kommt von Janek. Ungläubig schauen wir auf die Rückbank, auf der die zwei sitzen, mitgenommen von der Reise, aber mit dem Strahlen eines Kindes in der Spielwarenabteilung und den Augen, die sagen "Ich will hier und jetzt die Welt erobern"...
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen