Es tut mir Leid, die Geschichte von Janek und Minja bisher nicht weiter erzählt zu haben, aber ich habe es einfach nicht geschafft. Leider kann ich direkt sagen, dass ich sie auch heute nicht weitererzählen, sondern unterbrechen werde. Ich werde mich aber in nächster Zeit bemühen, die Fortsetzung fertig zu kriegen und möglichst bald auch zu Ende zu erzählen, denn das alles liegt ja nun auch schon einige Zeit zurück. Nun aber zu dem Heutigen.
Das Ende der Tafelrunde
Es gibt im ersten Teil leider eine Nachricht der traurigen Natur. Die Tafelrunde der Ritter der Bösburg und ihre Zeit sind am Montag, den 13.04.2009, zu Ende gegangen. Ziemlich genau fünf Monate nach dem Erheben der Gläser auf das Wohle und den Zusammenhalt der deutschen WG in Chile hieß es nun, die Gläser feierlich um "Salud" auf eine einmalige, jedoch zu kurze gemeinsame Zeit, gen Himmel zu strecken. Um es eiskalt auszusprechen, Bruce und ich sind nur noch zu zweit. Ben musste uns leider vor genau einer Woche verlassen. Das ganze kam sehr plötzlich und ist dennoch eine lange Geschichte. Ich glaube aber, dass diese nicht hier rein gehört. Viel mehr gilt es, noch einmal der alten Zeit mit einem Schmunzlen auf den Lippen, stolz und gerührt, und einem Tränchen auf der Wange, in Erinnerungen versunken, auf die gemeinsame Zeit zurück zu blicken. Und auf was blickt man wohl noch intensiver als auf Buchstaben? Genießt die zwei in unseren Kreisen bekanntesten Fotos, die wir liebevoll die Boygroupbilder nannten.
Neues aus Santiago
So, nun zu dem weniger sentimentalen Teil. Es gibt natürlich, wie immer, noch einige Neuigkeiten. Weniger große, aber das ein oder andere lässt sich berichten. Als erstes haben, wie ich gehört habe, einige von euch in meiner Fotogalerie das Album "Arbeit an Tío Rodrigos Raum" gesehen, daher erkläre ich auch hier noch einmal, was es damit auf sich hat. Rodrigo und Olga baten mich vor ca einem Monat, dem Raum ihrer Gruppe zu neuem Glanz zu verhelfen. Dazu sollte er nicht nur komplett neu weiß gestrichen werden, sondern auf der Basis eines Kinderliedes hatten die zwei auch ziemlich genaue Gestaltungsideen. Das einzige, das fehlte, war ich als derjenige, der ihnen all diese Pläne verwirklichen sollte. So setzte ich mich also nach dem Grundanstrich ans Zeichnen und am Donnerstag konnten wir dann einer Gruppe staunender Kinder einen schönen, neuen Raum präsentieren. Wie die ARbeit genau aussah, seht ihr in dem oben genannten Album in meiner Galerie.
Das zweite ist das Album "Neues aus Acógeme", in dem ich euch ein wenig neue Bilder aus meiner Arbeit zeigen möchte, denn auch dort hat sich einiges getan. Das erste ist natürlich der neue Tío, der nun statt Marcial in Acógeme arbeitet. Marcial hatte uns leider von sich aus verlassen und so gehört nun der 23 Jahre junge Tío Rodolfo zum Team. Auch wenn Marcials eigener Humor natürlich im Arbeitsalltag fehlt, ist Tío Rodolfo ein absolut würdiger Ersatz. Sowohl das hohe Arbeitsniveau, als auch seine simpathische Art und seine Lust am Fußballspielen konnten mich also sehr schnell überzeugen.
Auch bei den Kindern gibt es neue, wie z.B. den niedlichen Neuzugang Alejandro, der mit zwanzig Jahren weniger als Rodolfo, mit drei Jahren, nun der Jüngste im Programm ist.
Für Bruce und mich gibt es nun auch deutlich mehr zu tun, da wir ein neues Projekt aufziehen, in dem ein Computerkurs, Aktivitäten draußen und individuelle Unterstützung einiger Kinder eingebunden sind. Das heißt unglaublich viel Organisation, Vorbereitungen und jeden Tag zwei mal mit unterschiedlichen Gruppen alles in die Tat umsetzen. Ich kann aber jetzt schon sagen, dass es nicht nur Spaß macht, sondern wirklich effektiv zu sein scheint. Außerdem ist es wirklich eine andere Müdigkeit, mit der man nach Hause kommt, wenn man den ganzen Tag voll ausgelastet war, und nicht immer mal wieder nichts zu tun hatte. Dazu muss man sagen, dass Bruce wegen einer Mandelentzündung die gesamte Woche nicht arbeiten konnte und ich so den Start dieses Projekts alleine managen musste, was mich am Freitag Abend einfach so geschafft wie lange nicht nach Hause kommen ließ, so dass ich fast den Geburtstag von meiner leiben Gastschwester Tiare verpasst hätte. Dennoch bin ich also bezüglich meiner Arbeit hier wirklich zufrieden und glücklich. Aber wie kann es auch anders sein in diesem Team.
Was gibt es noch? Ja, ein letztes Event fehlt noch. Mimi und ihr Sohn Diego haben am Sonntag ihre erste Kommunion gefeiert. Natürlich waren wir an diesem Tag nicht nur zu der Messe eingelanden und ging es direkt danach zu Mimi nach Hause. Dort sah es einfach traumhaft aus. Ian, seine Mutter und Mimi hatten den ohnehin schon so schönen Garten in eine wahnsinnig gelungene Festkulisse verwandelt.
Natürlich kamen alle, die man sich nur vorstellen konnte. Viele Leute, die ich schon wieder Monate nicht gesehen hatte standen auf einmal in der Tür. Nach einem unbeschreiblich guten Essen, wie man es ja aus dem Hause Zamora gewöhnt ist, wurde gefeiert, gelacht und nebenbei der große Fußballklassiker Chiles La Universidad de Chile gegen Colo Colo verfolgt.
Auch das Wetter bot noch einmal alles auf, was ein April in Chile so vermag und knallte uns so die Sonne auf den Kopf, dass die Kleinen sogar wieder einmal in den Pool springen konnten. Gegen Ende des Nachmittags war es dann natürlich wieder Zeit, dass sich die Männer einen gemütlichen Rum gönnen, auf das Wohl der Gastgeberin und ihres Sohnes versteht sich.
Auch die Torte fehlte nicht und so war dann auch der Abend ausgefüllt mit den Genüssen, die einem einen Sonntag so versüßen.
Gegen neun Uhr abends war ich dan jedoch so erschöpft von einer so anstrengenden Woche und einem irgendwie doch nicht ganz so erholsamen Wochenende, dass ich auf Mimis Sofa einschlief und nur noch einmal aufstand, um ins Auto zu steigen und von dort direkt in mein Bett zu kommen. Ich kann euch sagen, diese elf Stunden, die ich also geschlafen habe, hatte ich bitter nötig!
So, ich glaube, ich sollte mir auch noch ein paar Stunden dieser Nacht erhalten und den Blogeintrag damit beenden. Ich hoffe, bald die Geschichte weiter zu erzählen, und hoffe auch, dass euch dieser Zwischenbericht gefallen hat. Diesmal gibt es zum Abschied ein neues Foto meiner Sammlung der gelungenen Bilder.
Machts gut und haltet mich ein wenig auf dem Laufenden, was euch so passiert.
Bis dann,
liebe Grüße aus Chile
Daniel
PS. Ich möchte hier noch zwei Menschen erwähnen, an die ich gerade ganz besonders denke. Als aller erstes ist das Merle, der ich morgen alles nur erdenklich Gute für ihre erste Abiprüfung wünsche. Wie irre, dass ich das jetzt schon ein ganzes Jahr lang hinter mir habe. Aber ich bin da sehr optimistisch, Merle, du machst das!!!
Und als zweites wünsche ich Tía Pame alles Liebe, die möglicherweise während Merle rhetorische Mittel analysiert und Epochen bestimmt, einen Enkel bekommt. Wenn ich morgen aufwache, hat sich die Welt also schon wieder gedreht. Irre! Gute Nacht.
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